Die Referentinnen und Referenten

von A bis Z







 


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Prof. Dr. Herbert Asselmeyer

Hochschullehrer für Organisationspädagogik und Direktor des Weiterbildunginstituts organization studies an der Universität Hildesheim. Seine Schwerpunkte sind Entwicklung, Steuerung und Koordination in sozialen Systemen (Gruppen, Organisationen, Kommunen/Regionen, Netzwerke). Als Berater hat er Regionalentwicklungen im In- und Ausland unterstützt. Ferner hat er den Prozess des vom Land und den Kommen erstellten "Rahmenkonzepts Bildungsregionen in Niedersachsen“ moderiert.

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Potential-Entfaltung durch Bildungsregionen – Vernetzungen, Teamentwicklung, Lernprozesse in Regionen

Gehen wir davon aus, dass Kinder/Jugendliche durchschnittlich 10 Jahre zur Schule gehen. Gehen wir ferner davon aus, dass sie in dieser Zeit weniger als 10 % ihrer ‚Wach-Zeit’ in Schulen sind. Wenn Bildung heißt, jenseits von Schule mit dem ganzen erworbenen Wissen und der eigenen Intuition mittels Sprache eine Begegnung mit anderen Menschen gestalten und dadurch an der Gesellschaft(entwicklung) teilhaben zu können, dann kommt es auf zahlreiche authentische Übungs- und Anwendungs-Gelegenheiten an. Von der Schule ins echte Leben ‚aufbrechen' und ‚ausbrechen' zu können, das ist eine zentrale Quelle von Bildung. Das vielzitierte afrikanische Sprichtwort (es bedarf eines ganzes Dorfes, um Nachwuchs zu erziehen!) erinnert uns daran, was auch zahlreiche pädagogische Konzepte betonen (soziales Lernen, demokratisches Lernen, Community Education, Projektlernen, Interkulturelles Lernen, internationale Schulpartnerschaften u.a.): In Schule allein wird man nicht gebildet! Diese Einsicht wird nun nochmals sehr deutlich durch neurodidaktische Einsichten unterstrichen: Der Lernort Kommune erweist sich angesichts der immer kleiner werdenden sozialen Herkunftssysteme der Kinder (Alleinerziehende, Kleinfamilien) als bedeutsames Handlungsfeld, weil es die Urform des Sozialen darstellt, wo das echte Lebens stattfindet. Bildungsregionen können insofern eine zielführende und segensreiche Strategie im Bildungswesen sein, die Beiträge relevanter Akteuere (formale Bildung, nonformales Lernen, informelles Lernen) mit dem Ziel der Potentialentfaltung zu verknüpfen, um die Entwicklung gelingender Bildungsbiograhien zu unterstützen (learning seen from the learners point of view). Herausragende Beispiele können uns stimulieren, auf der Ebene einer Bildungsregion eine neue Qualität pädagogischen Handelns zu erreichen („Schule als besonderer Beitrag zur kommunalen Intelligenz").

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