Die Referentinnen und Referenten

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Prof. Dr. Klaus Hurrelmann

Klaus Hurrelmann studierte Soziologie, Psychologie und Pädagogik an den Universitäten Freiburg, Berkeley (USA) und Münster und promovierte mit einer Arbeit aus der Schulforschung. 1975 habilitierte er sich mit der Schrift „Erziehungssystem und Gesellschaft“ und übernahm anschließend eine Professur für empirische Bildungs- und Sozialisationsforschung an der Universität Essen.

1980 wechselte er im gleichen Gebiet an die Fakultät für Pädagogik der Universität Bielefeld. Dort baute er mit Kolleginnen und Kollegen den interdisziplinären, von der Deutschen Forschungsgemeinschaft finanzierten Sonderforschungsbereich „Prävention und Intervention im Kindes- und Jugendalter“ auf, dessen Sprecher er während der gesamten Zeit von 1986 bis 1998 war. Auch war er Mitbegründer des Zentrums für Kindheits- und Jugendforschung in Bielefeld.

Von 1994 an amtierte Klaus Hurrelmann als Gründungsdekan der von ihm mit initiierten Fakultät für Gesundheitswissenschaften. Inhaltlich vertrat er dort das Gebiet Prävention und Gesundheitsförderung. Er war Direktor des „Collaborating Research Center for Health in Adolescence“ im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und leitete den deutschen Teil der Studie „Health Behaviour in School Children HBSC“. 1990 nahm er eine Gastprofessur für Soziologie an der New York University und 1999 eine Gastprofessur für Gesundheitswissenschaften an der University of California in Los Angeles wahr.

Sowohl im Sonderforschungsbereich als auch im Collaborating Center führte er zahlreiche Forschungsprojekte durch. Schwerpunkte waren familiäre und schulische Bedingungen der Leistungs- und Persönlichkeitsentwicklung, der Zusammenhang von Sozialisation und Gesundheit und die Entwicklung und Evaluation von Präventionsstrategien bei Risikoverhalten wie Gewalt, Sucht und psychosomatischen Gesundheitsstörungen. Er war Mitglied im Leitungsteam der letzten Shell Jugendstudien und hat nach dem gleichen Format die World Vision Kinderstudien initiiert und bereits mehrfach mit geleitet. Seit 2007 leitet er das von ihm mit begründete private „Institut für Gesundheits- und Bildungsforschung (igb)“ in Berlin.

Seit 2009 ist Klaus Hurrelmann Senior Professor of Public Health and Education an der Hertie School of Governance in Berlin.

Klaus Hurrelmann hat, teilweise in Kooperation mit Kolleginnen und Kollegen, mehrere Lehrbücher publiziert, darunter „Lebensphase Jugend“, „Einführung in die Sozialisationstheorie“, „Gesundheits- und Medizinsoziologie“ und „Einführung in die Kindheitsforschung“. Einige dieser Bücher sind auch in englischer Spreche erschienen. Allen Büchern liegt seine „Theorie der produktiven Realitätsverarbeitung“ zugrunde, die in der wissenschaftlichen Lehre und ebenso in Fachschulen und Gymnasialen Oberstufen intensiv diskutiert wird.

Mit Kolleginnen und Kollegen aus verschiedenen Disziplinen sind außerdem umfangreiche Handbücher in den Gebieten Sozialisationsforschung, Gesundheitswissenschaften, Prävention und Gesundheitsförderung, Gesundheitliche Ungleichheit und Bildungsverlierer entstanden. Auf Englisch erschienen neben zahlreichen Aufsätzen das International Handbook of Adolescence und das International Handbook of Public Health sowie die Sammelbände Social Problems and Social Contexts in Adolescence und Health Risks and Developmental Transitions During Adolescence.

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Ist Leisten immer mit Leiden verbunden? Warum Schülergesundheit und Lehrergesundheit so eng miteinander zusammen hängen

Ein möglichst hochwertiger Bildungsabschluss ist heute zu einer Voraussetzung für die erfolgreiche Einmündung in den Beruf geworden. Hierdurch steigt der Erwartungsdruck an die Leistungen der Lehrerinnen und Lehrer, und die Schülerinnen und Schüler fühlen sich unter Erfolgsdruck. Unter Rückgriff auf vorliegende Untersuchungen werden die gesundheitlichen Folgen dieser Konstellation analysiert. Im zweiten Teil geht es um schulorganisatorischen und pädagogische Schlussfolgerungen. Die Kernthese ist, dass die gesundheitlichen Voraussetzungen des Lernens und leisten viel stärker als bisher im Unterrichtsalltag beachtet werden müssen. Gesundheitsförderung und Leistungsförderung für Schülerinnen und Schüler sollten eine Einheit bilden. Eine besondere Bedeutung kommt der nachhaltigen Stärkung der Gesundheit der Lehrerinnen und Lehrer zu.

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