Selbstvertrauen, Mut und seelische Widerstandskraft Resilienz bei Kindern und Erzieherinnen

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Die meisten Kinder entwickeln in den ersten Tagen und Wochen durch körperliche und emotionale Zuwendung von Mutter und Vater eine sichere Bindung. Sie gilt als wesentlicher Schutzfaktor für eine gelingende Entwicklung. Selbstständigkeit, innere Stärke, Kreativität, Konzentration und Motivation bilden sich im weiteren Verlauf aus, wenn Eltern und Erzieherinnen den Kindern Anregungen geben, ihnen aber auch Freiräume gewähren, in denen sie ihre Entdeckungen machen können. Eine anregende, freundliche Atmosphäre in der Familie und in der Kindertagesstätte ist die entscheidende Grundlage für die Entwicklung einer inneren Stärke und Lebensfreude.
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Viele Kinder sind aber im Verlauf ihrer Entwicklung großen Risikobelastungen ausgesetzt. Das trifft zu, wenn sie in chronischer Armut leben, wenn ihre Eltern psychisch erkrankt sind oder wenn das Leben in der Familie von Disharmonien geprägt ist. Manche Kinder sind durch Krieg und Flucht traumatisiert.

Wenn sie es schaffen, mit diesen Belastungen gut umzugehen, sprechen wir von einer resilienten Kompetenz. Resilienz meint die seelische Widerstandsfähigkeit gegenüber elementaren biologischen und psychosozialen Risiken.

Nicht in allen Fällen gelingt dies. Erzieherinnen und Eltern können aber wesentlich dazu beitragen, dass Kinder mit schmerzhaften Erfahrungen souverän umgehen lernen. Es kommt zum Beispiel darauf an, ein Gefühl für den eigenen Wert und das eigene Können zu entwickeln. Jede Erfahrung von Selbstwirksamkeit ist eine Wegmarke zu einer resilienten Persönlichkeit.
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Erwachsene Bezugspersonen sollten den Kindern mit Respekt und Wertschätzung begegnen. Ihre Haltung und das Angebot einer Halt gebenden Beziehung sind entscheidend. Für jedes Kind ist es wichtig, dass es immer wieder „Ich-kann-das-Erfahrungen“ machen kann.

Leider sind Erzieherinnen selbst durch die Rahmenbedingungen ihrer Arbeit – oft verbunden mit sehr hohen Erwartungen von Eltern – übermäßigen Belastungen ausgesetzt. Dann stellt sich für sie die Frage, wie sie gut solche Stresssituationen bewältigen können.

Beim Wolfsburger Kongress im Mai 2016 dreht sich alles um die Beantwortung dieser Fragen.

Dr. Karl Gebauer

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Literaturhinweise (PDF, 57 KB)